Die Geschichte der Gemeinde Isernhagen reicht zurück bis ins Mittelalter (13. Jahrhundert). Die Historie ist dabei sowohl mit der Geschichte des Bundeslandes Niedersachsen und der Region Hannover verwoben, wie sie auch Zeugnis über eine ganz eigene Entwicklung abgibt. Das macht die Geschichte von Isernhagen sowohl für Historiker wie auch für Regionalforscher und die ortsansässige Bevölkerung zu einem interessanten Themengebiet.


Was der Gemeindename Dir über diesen Ort verrät

Der Name der im 13. Jahrhundert gegründeten Gemeinde setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Seine erste Hälfte gibt Dir einen Hinweis auf das Wort Ysern. Mit diesem Wort wurde im Mittelhochdeutschen das Material Eisen bezeichnet. Tatsächlich findet sich in der Region am Fluss Wietze das Raseneisenerz. Zur damaligen Zeit wurde daraus in der Region bereits Eisen gewonnen. Der Gemeindename verweist also auf die frühe Industrie der Region. Hinter der zweiten Hälfte des Gemeindenamens verbirgt sich die Bezeichnung eines Grundstücks.

Das Wort Hagen leitet sich von einem germanischen Wort für Gehege ab. Im Mittelhochdeutschen wurden damit Waldstücke bezeichnet, die umzäumt wurden, sodass der Ackerbau vor Tieren geschützt war. Es gibt von Niedersachsen bis nach Mecklenburg noch viele andere Städte, die mit dieser Silbe enden.


Einer der ersten Bewohner hieß Bernardus

Nachdem das Gelände der Natur abgetrotzt war, fanden offenbar einige Menschen einen guten Wohnsitz. Einer der ersten Bewohner ist Bernardus de Yserenhaghe. Im Bürgerbuch von Hannover trägt er sich 1322 ein. Die Notiz ist das erste urkundliche Zeugnis eines Bürgers aus der Gemeinde Isernhagen.

Allmählich entwickeln sich verschiedene Höfe an diesem Ort. Sie verbinden sich zu einer Siedlung in Form eines Hufeisens. Die Siedlung sorgt für eine stabile Einwohnerschaft. Die entstandene Gemeinde wird später in sogenannte „Bauerschaften“ unterteilt: die Farster Bauerschaft, die Hohenhorster Bauerschaft, die Kircher Bauerschaft und die Niedernhägener Bauerschaft.

Diese Art von Organisation ist ab dem 15. Jahrhundert auch in offiziellen Urkunden dokumentiert. Sie findet sich in Registern der Burgvogtai in Celle.


Torfabbau gehört zur Geschichte der Siedlung

Die kleinen Dörfer rund um die Gemeinde wurden zur damaligen Zeit nicht weit von Moorflächen gebaut. Das verschafft den Bewohnern der Region eine weitere Arbeitsmöglichkeit. Neben Ackerbau und Viehzucht wurde aus den Moorflächen Torf gewonnen. In getrocknetem Zustand ließ sich dieser als Brennmaterial verkaufen.

Auf den Märkten in Hannover gab es dafür eine rege Nachfrage. Der Abbau von Torf und der Handel mit diesem Material wird bis ins 19. Jahrhundert hinein zum guten Nebenverdienst für die Menschen in der Region.


Die Reformationszeit brachte den Wohlstand nach Isernhagen

Bis 1526 war die Gemeinde Isernhagen katholisch. Ab 1527 führt der Herzog Ernst der Bekenner die Reformation ein und im Jahr 1534 erhielt die Kirchengemeinde ihren ersten Pfarrer mit lutherischem Glauben.

Durch die vielfältige Arbeit der Bauern vor Ort und einen breiten Handel kommt die Gemeinde anschließend zu einigem Wohlstand. Die schönen Fachwerkhäuser aus dieser Zeit zeugen davon. An ihnen kannst Du heute noch den florierenden Handel der damaligen Zeit ablesen. Im Herzen der Gemeinde gibt die Altstadt ein Zeugnis von dieser Zeit ab.


Bevölkerungsentwicklung in der Gemeinde

Während in den Städten des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung immer weiter wächst, halten sich die Zahlen auf dem Land. Auch die Gemeinde Isernhagen weist hier eine weitgehend konstante Bevölkerungszahl auf. Stabil aber gleichbleibend entwickelt sich die Gemeinde. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts steigen die Zahlen ab den frühen 30er Jahren wieder.

Einen hohen Bevölkerungsanstieg gibt es dann auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Gemeinde nimmt viele Flüchtlinge auf. Sie finden auf den Bauernhöfen einen neuen Wohnort auf dem Land. Menschen aus vielen verschiedenen Regionen kommen nach Isernhagen. Ein neues Kapitel der Geschichte der Gemeinde wird aufgeschlagen.